Speisekarte-Texte schreiben: Gerichte beschreiben, die Lust machen
Was eine gute Beschreibung leistet
Wer Speisekarte-Texte schreibt, hat zwei Leser zugleich: den hungrigen Gast, der sich schnell entscheiden will, und den vorsichtigen Gast, der wissen muss, was auf dem Teller ist. Eine gute Beschreibung bedient beide. Sie sagt, was das Gericht ist, wodurch es sich unterscheidet und was dazu kommt.
Dabei gilt: Der Name des Gerichts darf schön klingen, die Beschreibung muss informieren. „Omas Sonntagsbraten“ funktioniert, wenn darunter steht: „Schweinsbraten vom Bauch, Kümmelsaft, Serviettenknödel, Krautsalat“.
Herkunft, Zubereitung, Beilage
Drei Angaben machen eine Beschreibung konkret. Nicht jedes Gericht braucht alle drei, aber eine davon sollte immer dabei sein.
- Herkunft: „Saibling aus dem Ennstal“, „Rind vom Hof Berger“ – nur, wenn es stimmt und du es belegen kannst.
- Zubereitung: geschmort, über Buchenholz gegrillt, im Ganzen gebraten. Das Verb macht oft mehr Appetit als jedes Adjektiv.
- Beilage und Sauce: Gäste wollen wissen, was auf dem Teller liegt, besonders wenn sie etwas nicht mögen.
Wörter, die nichts sagen
Manche Wörter stehen auf so vielen Karten, dass Gäste sie überlesen. Sie verbrauchen Platz, ohne etwas mitzuteilen:
- „Frisch“ – davon geht jeder Gast aus. Besser: sagen, was frisch ist, etwa „täglich frisch gerissener Kren“.
- „Lecker“, „köstlich“, „himmlisch“ – das entscheidet der Gast selbst.
- „Nach Art des Hauses“ – klingt geheimnisvoll, verrät aber nichts.
- „Mit Liebe zubereitet“ – sympathisch gemeint, aber austauschbar.
Vorsicht auch mit Begriffen, die rechtlich oder fachlich festgelegt sind. „Hausgemacht“ sollte nur dastehen, wenn das Gericht tatsächlich in deiner Küche entsteht. Wer „Wiener Schnitzel“ schreibt, sollte Kalbfleisch verwenden; beim Schwein ist „Schnitzel Wiener Art“ üblich.
Länge und Ton
Eine Zeile reicht meist, zwei sind die Obergrenze. Auf dem Handy wirken lange Beschreibungen schnell wie eine Textwand, und Gäste scrollen darüber hinweg. Lieber jedes Gericht kurz beschreiben als drei ausführlich und den Rest gar nicht.
Der Ton darf zu deinem Lokal passen: im Wirtshaus bodenständig, in der Bar verspielt, im Fine Dining reduziert auf die Zutaten. Wichtig ist, dass er auf der ganzen Karte gleich bleibt. Auf der digitalen Karte von Same-QR steht die Beschreibung in der Zusatzzeile unter dem Gericht, dort ist auch Platz für die Allergene.
Beispiele vorher und nachher
| Vorher | Nachher |
|---|---|
| Leckerer Salat nach Art des Hauses | Blattsalate, geröstete Kürbiskerne, Kernöl-Dressing |
| Frischer Fisch vom Grill | Zander vom Grill, Petersilkartoffeln, Zitronenbutter |
| Himmlisches Dessert | Topfenknödel in Butterbröseln, Zwetschkenröster |
| Burger Spezial | Rindfleisch-Patty, Cheddar, Speck, Röstzwiebeln, BBQ-Sauce, Pommes |
Nach dem Umschreiben lohnt sich ein Test: Lies die Karte jemandem aus dem Service vor, der die Gerichte gut kennt. Fragt er nach, fehlt etwas. Bleibt er stumm, passt es.
Checkliste für jede Beschreibung
- Sagt die Beschreibung, was auf dem Teller liegt?
- Gibt es ein konkretes Detail – Herkunft, Zubereitung oder Beilage?
- Ist jedes Wort wahr und belegbar, etwa „hausgemacht“ oder „regional“?
- Passt die Länge auf eine Handyzeile, höchstens zwei?
- Sind die Allergene klar vom Text getrennt?
Wer jede Beschreibung kurz an dieser Liste misst, bekommt eine Karte, die einheitlich klingt und Gästen hilft. Und wenn sich ein Rezept ändert, wird die Beschreibung gleich mit angepasst.
Häufig gestellte Fragen
Nicht zwingend. Bei Klassikern wie „Frittatensuppe“ reicht der Name. Eine Beschreibung lohnt sich, wo Gäste sonst nachfragen würden.
Ja, die Allergene können in derselben Zeile stehen, am besten als Kürzel am Ende und klar getrennt vom Text.
Verwende sie, wenn sie zum Gericht gehören, und erkläre sie kurz – etwa „Gremolata (Petersilie, Zitronenschale, Knoblauch)“.
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