Website-Relaunch: Warum du alte Links mitnehmen und weiterleiten musst
Was bei einem Relaunch mit deinen Adressen passiert
Fast jeder Relaunch ändert URLs. Aus /leistungen.html wird /leistungen/, aus /index.php?id=42 wird /ueber-uns/, ein Shop sortiert seine Kategorien neu, manchmal zieht die ganze Seite auf eine neue Domain. Für Besucher sieht die neue Seite besser aus – für Suchmaschinen und alle bestehenden Links ist sie zunächst eine fremde Website, auf der die vertrauten Adressen nicht mehr existieren.
Jede alte Adresse ist aber ein Wert, den du über Jahre aufgebaut hast: Sie steht in Googles Index, andere Websites verlinken auf sie, Kunden haben sie als Lesezeichen, und sie ist auf Visitenkarten, Flyern und Verpackungen gedruckt. Verschwindet sie ohne Weiterleitung, landet all das auf einer Fehlerseite.
Kurz erklärt: Was ist SEO?
SEO steht für Search Engine Optimization, auf Deutsch Suchmaschinenoptimierung. Gemeint ist alles, was dafür sorgt, dass deine Seiten bei Google und anderen Suchmaschinen für passende Suchanfragen weit oben erscheinen – ohne dafür Anzeigen zu bezahlen. Dazu gehören gute Inhalte, eine saubere Technik und Vertrauen, das sich unter anderem über Links von anderen Websites ausdrückt.
Für den Relaunch ist ein Punkt entscheidend: Google bewertet einzelne Adressen. Die Signale, die eine Seite gesammelt hat – Verlinkungen, Klickverhalten, Alter – hängen an ihrer URL. Ändert sich die URL ohne Weiterleitung, beginnt die neue Seite in den Augen der Suchmaschine bei null.
Die Lösung: dauerhafte Weiterleitungen (301)
Eine 301-Weiterleitung sagt Browsern und Suchmaschinen: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen, hier ist die neue Adresse. Besucher merken davon nichts, sie landen direkt auf der richtigen Seite. Google überträgt die Signale der alten Adresse mit der Zeit auf die neue und ersetzt sie im Index.
- Jede alte URL, die Besucher oder Rankings hatte, bekommt ein konkretes neues Ziel – nicht pauschal die Startseite.
- Weiterleitungen gehen direkt zum Ziel, ohne Zwischenstationen (keine Ketten).
- Seiten, die es wirklich nicht mehr gibt, bekommen eine passende Ersatzseite oder bewusst den Status 410.
- Die Weiterleitungen bleiben lange bestehen – mindestens ein Jahr, besser dauerhaft.
Die vergessene Baustelle: gedruckte Links und QR-Codes
Weiterleitungen auf dem Webserver fangen auch gedruckte Links auf – solange sie gepflegt werden. Wer aber den Server wechselt, die Domain aufgibt oder die Regeln beim nächsten Relaunch nicht mitnimmt, verliert sie. Bei gedruckten QR-Codes ist das besonders ärgerlich: Ein Nachdruck kostet Geld, und alte Flyer liegen noch jahrelang herum.
Ein dynamischer QR-Code entkoppelt den Druck vom Ziel: Im Code steht eine kurze, gleichbleibende Adresse, das eigentliche Ziel änderst du im Dashboard. Same-QR fragt außerdem nachts das Ziel jedes Codes an und meldet sich, wenn eine Seite nach dem Relaunch nicht mehr erreichbar ist – mit Vorschlägen für die neue Adresse. Übernommen wird nichts automatisch, du entscheidest mit einem Klick.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Vorher: alle bestehenden URLs erfassen (Sitemap, Search Console, Analytics, Backlink-Liste, gedruckte Links).
- Zuordnen: für jede alte URL das neue Ziel festlegen – die sogenannte Redirect-Map.
- Umsetzen: 301-Weiterleitungen auf dem Server oder im CMS einrichten und vor dem Go-Live testen.
- Nach dem Go-Live: Search Console, 404-Fehler und Besucherzahlen täglich beobachten.
- QR-Codes und gedruckte Links prüfen und Ziele bei Bedarf anpassen.
Häufig gestellte Fragen
Nein. Google behandelt pauschale Weiterleitungen auf die Startseite oft wie einen Fehler (Soft 404), und Besucher finden nicht, was sie gesucht haben. Leite jede wichtige alte Seite auf die inhaltlich passende neue Seite um.
Google empfiehlt mindestens ein Jahr. Weil Links von außen, Lesezeichen und gedruckte Materialien viel länger leben, ist es am sichersten, Weiterleitungen dauerhaft bestehen zu lassen.
Eine saubere 301-Weiterleitung auf eine inhaltlich passende Seite überträgt die Signale weitgehend. Kurzfristige Schwankungen nach einem Relaunch sind normal; dauerhafte Verluste entstehen meist durch fehlende oder falsche Weiterleitungen.
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